© 2000 - 2011 wuppertalforum.de  - Symptome -  AUFMERKSAMKEITS-DEFIZIT-AD(H)S  "Symptome bei AD(H)S"  Die Symptome eines AD(H)S sind vielschichtig und den Symptomen eines Nichtbetroffenen identisch. Häufigkeit  und die Intensität der Symptome können jedoch ein erstes Anzeichen für ein AD(H)S sein. Deutliche Symptome  findet man im Bereich der Hyperaktivität, im Bereich des Impulsverhaltens sowie im Sozialverhalten der Betroffenen.  Kinder können durch die mangelhafte neuronale Steuerung, ihre Aufmerksamkeit nicht lange aufrechterhalten.  Durch motorische Unruhe müssen sie ständig aktivieren. Aber wenn sie von einer Sache begeistert sind können sie  sich durchaus lange konzentrieren. Zum Beispiel: spielen mit Playmobil oder Lego Bausteinen, Barbiepuppen. Denn  diese Funktionen werden vom Stirnhirn gesteuert. Das Verhalten wird kontrolliert, es stabilisiert die Konzentration  und Daueraufmerksamkeit. Die Fein- und Grobmotorik wird angepasst. Mit ihm sind wir fähig, unsere Gefühle zu steuern und die  Außenreize zu filtern.   URSACHEN VON HYPERAKTIVITÄT  Die genauen Ursache von Hyperaktivität sind bisher nicht genau bekannt. Hyperaktivität ist nicht ganz einfach zu  diagnostizieren, da sie verschiedenste Ursachen haben kann (organische, psychische, soziale Ursachen). Bei  Hyperaktivität liegt weder ein erkennbarer Hirnschaden noch eine geistige Behinderung vor. Nur selten kann der  Auslöser eine Nahrungsmittelallergie oder eine Stoffwechselstörung sein. Die Symptome von Hyperaktivität  beginnen unter Umständen bereits im Mutterbauch. Hyperaktive Kinder bewegen sich heftig und für die Mutter  schmerzhaft. Geburten werden kompliziert dadurch, dass sich diese Kinder öfters drehen und sich so die  Nabelschnur umwickeln.   Im Säuglingsalter schreien hyperaktive Kinder recht viel, haben oft Blähungen oder Durchfälle und Koliken oder haben erhebliche  Schafstörungen. Sie sind scheu wenn man sie anfassen möchte (sie machen sich beim Versuch sie in den Arm zu nehmen steif).  Antibiotika machen sie unruhig und lassen sie nicht einschlafen. Beruhigungsmittel wie Baldrian oder ähnliche führen zu einer  Übererregung. Bereits in jungem Alter werden diese Kinder auffällig aggressiv und greifen andere Kinder oder auch Erwachsene an. Sie entwickeln  dabei eine derartige körperliche Kraft, die man Ihnen nicht unbedingt zutrauen würde. Die Konzentration, z.B. beim Spielen, fällt ihnen  sehr schwer, lieber zerstören sie Dinge, schmeißen Spielzeug aus dem Fenster. Gelingt ihnen etwas nicht, bekommen sie Wutanfälle  oder Schreien bis sie vor Erschöpfung aufgeben. Hyperaktive Kinder lassen sich sehr leicht ablenken, was besonders in der Schule schwierig ist, da sie nicht in der  erwarteten Weise am Unterricht teilnehmen, sondern stattdessen lieber den "Klassen-Clown" spielen. Freunde  machen sie sich dadurch nicht, da keiner etwas mit ihnen zu tun haben möchte. Oft kommt bei hyperaktiven  Kindern eine Legasthenie, also eine Lese- und Rechtschreibschwäche, hinzu. Hyperaktive Kinder nehmen die Gefahr anders war. Sie sind weitaus häufiger in Unfälle verwickelt als "normale"  Kinder. Sie laufen auf die Strasse, ohne auf Autos oder andere Gefahren zu achten. Sie können Ihren  Wärmehaushalt nicht alleine kontrollieren und spüren nicht, wenn ihnen kalt ist. Selbstverständlich sind die  Verhaltensmuster von hyperaktiven Kindern unterschiedlich. Die hier genannten Symptome sind nur Beispiele und müssen nicht auf alle  hyperaktiven Kinder zutreffen. SYMPTOME EINER HYPERAKTIVITÄTSSTÖRUNG  Bevor Fragen zu Ende gestellt sind platzen die Antworten heraus Zu warten bis er/sie an der Reihe ist scheint unmöglich Platzt in Gespräche oder drängt sich in Spiele Unterbricht sehr häufig andere bei der Unterhaltung Ohne Rücksicht auf die gesellschaftlichen Grenzen wird extrem zuviel geredet    DEUTLICHE SYMPTOME BEI ERWACHSENEN  desorganisiert schnell wechselnde Stimmungsschwankungen   jahrelange, alltägliche Versagenserlebnisse und Misserfolge geringes Selbstwertgefühl deutlich erhöhte Depressionen, Angststörungen, antisozialen Verhaltensweisen Borderline-Persönlichkeitsstörungen erhebliche Beeinträchtigungen in Beruf und Partnerschaft und Freundschaften wenngleich nicht als Krankheitsursache - die äußeren Umstände wie beengte Wohnverhältnisse, wenig emotionale Zuwendung, das  Erziehungsverhalten der Eltern, hektische Umwelt (Lärm, fehlende oder nicht durchschaubare Strukturen), Bewegungsmangel,  Zeitdruck, hoher Fernseh- und Computerkonsum. Schlechte Erziehung oder negative Kindheitserfahrungen sind als eigentliche  Ursachen für ADS/ADHS auszuschließen, erschweren aber zusätzlich die Stabilität der Familien und der betroffenen Kinder. Zusätzliche  schwierige Lebensumstände erschweren die Verhaltensweisen eines ADS-Kindes enorm.  Geschwisterbeziehungen sind problematisch   Eltern - Kind - Beziehung ist belastet   Häufiger Streit zwischen den Eltern wegen der Problematik   Eltern betroffener Kinder leiden häufiger unter Depressionen (Panikattacken, Angst) Angststörungen, Suchtprobleme (Nikotin, Alkohol, Rauschgifte) Verschiedene Therapieformen werden als psychotherapeutische und psychosoziale Interventionen vorgeschlagen: Familientherapie bei  Familienproblemen: Einzel- und/oder Gruppenpsychotherapie zur Verminderung von geringem Selbstwertgefühl und/oder Problemen mit Gleichaltrigen; soziales Kompetenztraining bei sozialen Kompetenzdefiziten  kognitive Therapie bei Aufmerksamkeitsstörungen und Impulsivität Elterntraining zur Entwicklung angemessener und konsistenter Grenzsetzungen und   Verhaltensmodifikationsprogramme zur Verminderung von Verhaltensstörungen in der Familie. Einige Ärzte behaupten, Kindern könne durch Vermeidung jeglicher Lebensmittelzusätze in der Ernährung geholfen werden.  Wissenschaftliche Studien haben diese Theorie jedoch bislang nicht eindeutig gestützt. Kinderpsychologen empfehlen bis zur Pubertät  (nach der die meisten Symptome nachlassen) autogenes Training bzw. ein besonderes Verhaltenstraining für hyperaktive Kinder.  Wichtige Aspekte dieses Trainings sind Standhaftigkeit und Konsequenz von Seiten der Eltern und im schulischen Bereich der  Schwerpunkt auf einfachen Aufgabenstellungen. Darüber hinaus erweisen sich Verhaltenstherapie, Verstärkungsprogramme und  alternative Behandlungen wie harmonisierende Bewegungsübungen bzw. psychomotorische Therapie als hilfreich bzw. als erfolgreich. Es gibt Psychopharmaka wie Stimulantien, Neuroleptika, Antidepressiva, Antiepileptika, Nootropika,  Barbiturate und Tranquilizer, mit denen behandelt werden kann. Es gibt unterschiedliche Wirkungsweisen der Medikamente: (Aufzählung mit Spiegelstrichen)   Das Medikament wirkt schon nach kurzer Zeit vollkommen. Häufigkeit: zwischen 20 und 50 %   Das Medikament wirkt nur teilweise, dass heißt es treten geringe  Verbesserungen auf. Die Stimulantien zeigen keine Wirkung. Häufigkeit: zwischen 10 und 50 %.   Bei manchen Kindern kommt es sogar zu einer Verschlechterung des Verhaltens Häufigkeit: zwischen10  und 20 % Zu den Stimulantien zählen Dezedrin, Benezedrin, Pervitin, AN 1, Aponeoron, Ritalin, Centedrin, Cylert, Tradon, Sydnocarb, Deanol und  Coffein. Die Substanz Methylphenidat ist als Ritalin im Gebrauch, wird chemisch hergestellt, ist ähnlich den pflanzlichen Wirkstoffen  Ephedrin und Amphetamin und wird bei Kindern am häufigsten verwendet. ADS/ADHS UND KOMORBITÄTEN  Sehr häuft tritt ADS/ADHS in Verbindung mit anderen Begleiterkrankungen sog. Komorbiditäten auf. Leiden Kinder oder Erwachsene an  Tics, so liegt zu fast 100 % auch ein ADS vor. Tics 11% Sozialverhalten 14 %   Angststörungen 34% Oppositionelles Trotzverhalten 40 % www.wuppertalforum.de