ERSCHWERENDE FAKTOREN  Diese Symptome müssen nicht alle zutreffen, zeigen aber deutliche Symptome eines möglichen ADS/ADHS.  Sie können jedoch durch begleitende (komorbide) und sekundäre Erkrankungen und durch negative  kindliche Erfahrungen verschärft werden. Häufige begleitende Erkrankungen bei Erwachsenen sind: Depressionen, Ängste, selbstunsichere Persönlichkeit und  Selbstwertprobleme, Alkoholkonsum und Gebrauch illegaler Drogen, antisoziale Persönlichkeit (besonders, wenn bereits in der Kindheit  eine schwere Störung des Sozialverhaltens (Conduct Disorder) vorlag). © 2000 - 2011 wuppertalforum.de  - AD(H)S und Schule-  Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung  Wie den Alltag besser meistern? - Tipps für Lehrer Feinmotorische Störungen Kinder mit Aufmerksamkeitsstörung haben sehr oft auch eine motorische Unruhe. Die motorische Unruhe fällt besonders in Situationen auf, in denen die Kinder warten müssen. Die Bewegung der Kinder ist häufig eckig und steif. ADS-Kinder haben Schwierigkeiten ihre Kräfte abzuschätzen. Entweder laufen sie sehr gut oder genau das Gegenteil. Andere Körperteile bewegen sich parallel zu den eigentlich eingesetzten Körperteilen, z.B. die Beine beim Schreiben.  Besonders bei der Handschrift von ADS-Kindern kann man feinmotorische Störungen gut erkennen. Die Buchstaben können extrem groß geschrieben sein, Zeilen und Linien in den Heften werden nicht eingehalten, einzelne Buchstaben oder Wörter werden durch starken Druck auf das Schreibgerät sehr dick (fett) geschrieben. Das Schriftbild wirkt insgesamt "krakelig". Die Wörter sind nur mit großer Mühe lesbar. Falsche Wörter werden sehr oft dick und fett durchgestrichen oder eingekreist. Die Striche sind oft durch mehrere Seiten hindurch noch zu erkennen. ADS-Kinder mit motorischer Unruhe werden kaum Erfolgserlebnisse im für ihre Handschrift ernten, selbst wenn sie wenige Fehler im Diktat haben, so werden sie in der Regel auf ihr Handschrift hin getadelt. Ein Kind mit Aufmerksamkeits-Defizid-Syndrom im Unterricht  von Cordula Neuhaus, Dipl.-Psychologin, Dipl.-Heilpädagogin, Kinderpsychologin  Liebe Lehrerinnen,  Liebe Lehrer,  für eine erfolgreiche Therapie bei Kindern und Jugendlichen ist die Zusammenarbeit zwischen  Schule und Therapeuten eine der wichtigsten Vorraussetzungen. Wir wissen um die Schwierigkeiten  der ADS-Kinder in einem Unterrichtsverband mit anderen Kindern. Der tägliche direkte Umgang ist  nicht immer leicht und so möchten wir Ihnen mit dieser Information gleichzeitig auch ein paar, für Sie  vielleicht hilfreiche Tipps und Tricks an die Hand geben. Aufmerksamkeitsschwache Kinder  benötigen einen sehr strukturierten Unterricht, den sie " wie auf Schienen" bewältigen können. Für  viele ist die direkte Aufmerksamkeitsablenkung der einzige Weg, über 45 Minuten bei der Sache  bleiben zu können.   Plazieren Sie ein ADS-Kind möglichst weit vorne oder in einer "Ecke" des Klassenraums, so dass  Sie es mit hoher Wahrscheinlichkeit immer im Blickfeld haben. Mit Blickkontakt und der persönlichen  Ansprache, ohne es den anderen Kindern "vorzuführen", erreichen Sie  optimale Aufmerksamkeitsablenkung, vor allen Dingen, wenn Sie sich immer wieder selbst durch  den Klassenraum bewegen und mit nonverbaler Verhaltensformung das Kind immer wieder zum  "Ausgangsgeschehen hin richten" (wortloses Wegnehmen eines Gegenstandes; Drehen des  Köpfchens in die richtige Richtung; Deuten auf den Punkt im Heft, wo es weiterarbeiten soll...).   Der Schüler muss merken, dass er mit seinen Problemen dem Lehrer nicht gleichgültig ist, dass der  Lehrer bereit ist, sich für ihn zu engagieren. ADS-Kinder reagieren e x t r e m sensibel auf die so  genannte "Personenvariable", sie spüren sofort, ob sie jemand mag und ob ihnen jemand  gewachsen ist. Stimmen beide Variablen, wird es wenig Schwierigkeiten mit dem Kind geben, fühlt  sich der Erwachsene durch das Kind ständig überfordert oder fühlt er sich durch das Kind  abgestoßen, gibt es grundsätzlich Schwierigkeiten. Der Lehrer sollte sich in seinem Verhältnis zum ADS-Kind "liebevoll stur"  zeigen, damit das Kind in der Lage ist, sich an eine feste Struktur zu gewöhnen, um so aus seinem eigenen Chaos  herauszukommen. Sachlichkeit auf der Basis der freundlichen Angenommenheit mit Gleichförmigkeit eines festen Rahmens ohne  Überforderung und Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten statt Schuldzuweisungen, ist mit Sicherheit der beste Weg.   Das Kind hat sehr unter seinen eigenen Stimmungs- und Leistungsschwankungen zu leiden, weiß  wohl, dass mit ihm "etwas nicht stimmt". Es bringt überhaupt nichts, das Kind immer wieder auf  seine Defizite hinzuweisen, wichtig ist die Verstärkung der Anstrengungsbereitschaft und nicht nur  des Handlungsergebnisses. Das Kind mit dem ADS-Syndrom mit Hyperaktivität stört und zappelt  nicht mit Absicht, die Überaktivität ist bei näherem Hinsehen häufig eine gewisse Plan- und  Ziellosigkeit in der Bewegung und in der Aktionsplanung, es kann sich durch seine Ablenkbarkeit  nur schwer steuern, die Hyperaktivität ist biologisch eigentlich eine sehr sinnvolle Kompensation bei  der syndrombedingten Reizoffenheit bei Reizfilterschwäche. Die Zappeligkeit ist auch nicht das  wichtigste Thema, viel problematischer ist das hohe Erregungsniveau des Kindes, das man noch  höher ansteigen lässt, wenn man nur immer an der Zappeligkeit "rummacht".   Mit Zureden ist bei einem ADS-Kind nichts zu erreichen.   Kritisieren an Kleinigkeiten, wie "setz' Dich jetzt mal schön hin", provoziert es.   Strafarbeiten helfen nicht - außer zu stigmatisieren und das ADS-Kind in der problematischsten Zone seiner  Steuerungsproblematik bloßzustellen: hier ist Abstreiten gefragt, das Kind reagiert adäquat zu der soziologischen Theorie der  Anomie - was soll's - bin eh' doof, blöd, Außenseiter, etc. - und agiert erst recht. Schreiben fällt dem Kind doch so schwer - der  Schulkonflikt wird nach Hause verlagert. ADS-Kinder haben alle Probleme mit dem Dosierens-Können grober Kraft, speziell im  graphomotorischen Umsetzungsbereich. Sie haben alle bei schnellem Schreiben und hoher  Schreibbelastung eine schlechte Schrift. Kommt dann noch eine Bewegungskoordinationsstörung  dazu, verschlechtert sich die Schrift nochmals. Die Kinder brauchen sehr viel Kraft für den reinen  Schreibprozess und haben dann keine Fähigkeit mehr, sich auch noch gleichzeitig um die  Orthographie zu bemühen. Entsprechend machen sie viele Fehler, die eher einem  "Streublümchensalat" aus vielen Schusseligkeitsfehlern ähneln als so genannten "legasthenen  Fehlern".   Das Schriftbild kann niemals mit dem Schriftbild normgesteuerter Kinder verglichen werden. Hier ist  auch sehr wichtig, dass die Anstrengungsbereitschaft der Kinder zu verstärken ist und nicht das  entsprechende Ergebnis. Es wird dringend davon abgeraten, Notenabzug wegen der Schrift zu  geben. Bei älteren Kindern ist es lohnenswert, sie auf Druckschrift umzusetzen, bei jüngeren  Kindern auf vereinfachte Schreibschrift umzusteigen. Gestaltauffassung und Gestaltwiedergabe sind  durch den oberflächlich abtastend überhüpfenden Wahrnehmungsstil häufig nicht altersgemäß entwickelt. Das hat auch  Auswirkungen z.B. auf die Strukturierung des Arbeitsplatzes, das Wiedererkennen und Finden von Gegenständen, die in  unmittelbarer Nähe liegen. Bitte stellen Sie das Kind nicht bloß! Oft sind die für den Schulalltag notwendigen Bücher und Hefte  unvollständig eingepackt, oder aber die Kinder tragen alles mit sich herum, was überhaupt in der Schule benötigt wird. Ein Nicht-  Finden-Können heißt nicht, dass etwas nicht da ist.   Viele Kinder mit dem ADS-Syndrom haben zusätzlich Teilleistungsschwächen im visuellen, auditiven,  teilweise sogar im taktilen Bereich. Das führt zwangsläufig zu Verzögerungen und Erschwerungen beim  Erlernen von Kulturtechniken. Dies kann trotz normaler Intelligenz der Fall sein. In die Sonderschule  gehören diese Kinder in der Regel nicht! Alle ADS-Kinder haben irgendwelche Bereiche, die sie  besonders interessieren, in denen sie dann präzises und überdurchschnittliches Detailwissen entwickeln.  Betonung und Hervorhebung dieser Kenntnisse können enormen motivationalen Charakter haben. Auch  im feinmotorischen Koordinationsbereich haben ADS-Kinder häufig Schwierigkeiten. So dauert das  Mantel An- und Ausziehen länger, das An- und Auskleiden beim Turn- und Schwimmunterricht länger oder  es erfolgt sehr schlampig. Bitte hier nicht bloßstellen, sondern Kleinstregeln mit entsprechenden  Konsequenzen vereinbaren.   "Strecken" und "Warten" bis man aufgerufen wird, kann das "hyperkinetische" Kind oft erst in der 5. oder 6. Klasse wirklich  durchgehend leisten. Ermahnen nützt nichts, steigert nur das Erregungsniveau. Hilfreich ist es, das Kind entweder im Unterricht  kräftig miteinzubinden oder ein Hineinrufen zu ignorieren, respektive bei deutlichem Stören kurz zu dem Kind zu gehen,  Körperkontakt aufzunehmen und mit kurzen deutlichen, gelassenen Instruktionen wie "Stop, ich glaube, jetzt geht es gleich los"  eine Zäsur zu setzen und gleichzeitig das Kind damit zu beruhigen. Je gelassener und deutlicher die Instruktion, desto schneller  erfolgt der Effekt. Das ADS-Kind leidet oft an "Sprechdurchfall", d.h. Dauermotzen, fäkalsprachliche Ausdrücke, sexistische  Ausdrücke werden reproduziert, die es in der Regel nicht von zuhause kennt! Es schnappt aber gern und willig alles "Interessante"  aus der Umgebung auf.   Die Verbalisationen sind nie absichtlich persönlich gegen jemand gemeint, sondern primär ungesteuerte  Unmutsäußerungen. Bei steigender Erregung, z.B. hevorgerufen durch moralisierendes Eingreifen des  Erziehers, kann es zu scharf formulierten, persönlichen Attacken kommen, die oft sehr verletzend sein  können. Einerseits durch die oft extreme Auffassungsgabe trotz Aufmerksamkeitslabilität und andererseits  durch das große Bedürfnis, sich dem Erregungsniveau entsprechend auszudrücken, kommt es zu solchen  Entladungen, die dem ADS-Kind wesentlich später bei der Konfrontation damit leid tun und ihm regelrecht  peinlich sind.   Daher: bitte nicht persönlich nehmen, sondern gelassen und direktiv das Kind unterbrechen und unter Umständen aus dem Raum  entfernen. Je souveräner man darauf reagiert, desto eher erkennt einen das Kind an. Ähnlich ruhig und gelassen, dabei sehr  direktiv sollte man auf verbale Androhungen sowie auf Verweigerungsäußerungen des Kindes reagieren. Strafandrohungen  steigern das Erregungsniveau.   Am besten reagiert man sofort mit etwas raunzig humorigem Brummeln "ja, ja, ich glaub's Dir wohl",  "bist Du sicher?" ohne moralisches Ansinnen. Gegebenenfalls hilft auch einfaches Ignorieren. Kommt es  dennoch irgendwann einmal zum Eklat (natürlicherweise, denn auch Lehrer sind nur Menschen), ist es  sinnvoll, das Kind kurz aus der Situation herauszunehmen. Das Kind rennt nicht weg vor dem  Klassenzimmer, wenn man die Situation "früh genug erwischt". Wichtig ist, nach der Beruhigung das  Kind sofort wieder hereinzuholen, nicht die Situation sofort zu Besprechen, sondern zum Tageston  überzugehen. Stundenversetzt ist eine Besprechung nach Senkung des Erregungsniveaus gut möglich!  Nie nach dem Eklat "nachmoralisieren", dies steigert nur sofort wieder das Erregungsniveau (nun über  das schlechte Gewissen).   Viele Kinder können am Ende einer Stunde, wenn allgemeine Aufbruchstimmung herrscht, die Hausaufgabe nicht mehr  aufnehmen, geschweige denn aufschreiben. Meist, weil sie es wirklich nicht mehr können, nicht weil sie nicht wollen. Für den  Lehrer der letzten Stunde könnte es hilfreich sein, die Hausaufgabe bereits am Anfang der Stunde im Hausaufgabenheft eintragen  zu lassen. Damit wären auch viele Mütter zuhause im täglichen Kampf um die Hausaufgabe entlastet. Sollte eine Kontrolle des  Hausaufgabenheftes vereinbart sein, muss dies für die Kinder zur Gewohnheit werden. Nur so haben die Mütter zuhause die  Möglichkeit, ihrem Kind nicht gleich mit Misstrauen entgegenzutreten.   Merke: ein ADS-Kind tut nur das, was angekündigt, eingefordert und hinterher kontrolliert wurde.   Erledigt ein ADS-Kind seine Pflichten nicht, die die Schule betreffen, sollte möglichst schulintern  reagiert werden, mit Nacharbeiten, entsprechenden Zusatzaufgaben. Anrufe zuhause und Klagen über  das Kind stressen nur gestresste Eltern, sie wissen um das Problem, können aber in der Schule und an  der Schulsituation nichts ändern. Eltern sind zuhause Hausherr. Lehrer in der Schule. Ein Transfer aus  der häuslichen Korrektur in die für das Kind belastende Schulsituation kann nicht erfolgen, da das Kind  in jedem Umfeld speziell seine eigenen Grenzen abcheckt. Im Gegenteil: Mahnungen der Eltern  zuhause steigern nur das Erregungsniveau und sorgen dann in der Schule für neuerliche Störattacken.   Je strukturierter der Unterricht, desto besser für das ADS-Kind. Damit impliziert ist das Abfragen von  gelernten Wörtern, Hausaufgabenkontrolle. Damit ist ebenso impliziert eine klare Erklärungsfrage, eine  Rückfragphase, eine Übephase, ein freies Erarbeiten einer Problematik gelingt einem ADS-Kind nur, wenn es hochmotiviert für  eine bestimmte Thematik ist. Aufmerksamkeitslabile Kinder sollten in allen Umsetzungssituationen alleine sitzen, nicht als Strafe,  sondern als Hilfe. Wenn ein Kind mit dem ADS-Syndrom trödelt, sein Mathebuch nicht findet, ewig am ersten Wort der Abschrift  "klebt", ist es hilfreich, einen Kleinstvertrag zu machen ("es gibt einen Punkt, wenn Du am Anfang der Mathestunde dies alles  genauso schnell parat hast, wie die anderen"). Die Abrechnung erfolgt täglich/wöchentlich je nach Lebensalter und Erfolgsmeldung  und Konsequenz.   Soziale Probleme sind vielfältig - bitte lassen Sie das Petzen nicht zu! Andere Kinder wissen sehr gut, wo  beim ADS-Kind "der Knopf zum Draufdrücken ist". Das gilt speziell für das "hyperaktive Kind". Wenn der  Lehrer nicht "direkt bei der Tat dabei war" kann er nicht sanktionieren, ohne dabei ungerecht werden zu  müssen. Wird ein ADS-Kind aus seiner Sicht ungerecht behandelt, steigt sein Erregungsniveau bis ins  Unendliche, es sitzt dann zwar verdattert auf seinem Stuhl im Unterricht, sinnt allerdings die ganze Stunde  nur nach Rache und entlädt die möglicherweise direkt vor den Augen des Lehrers bei der nächstmöglichen,  sich bietenden Gelegenheit - für den Lehrer "tatsächlich völlig aus heiterem Himmel".   Am besten hierfür: "das Volk" auseinanderdividieren und zur Tagesordnung übergehen - stundenversetzt,  tageversetzt kann man eine soziale Viertelstunde einrichten. Dies ist die beste Prophylaxe gegen  Klassenkasper und Sündenbockentwicklung. Im Sport brauchen ADS-Kinder sehr viel Souveränität des Lehrers: das ADS-Kind  kann sich motorisch nicht austoben, es steigert sich in die Erregung durch motorisches Agieren immer mehr hinein, d.h., je mehr  getobt werden darf, desto mehr kreiselt es. Es kann nicht auf Abpfiff zum Schluss kommen. Daher muss ein sinnvoller, motorisch  aktiver Auftrag gegeben werden, z.B. das Ziehen einer schweren Matte von A nach B. ADS-Kinder können häufig Gefahren nicht  einschätzen. Sind sie besonders erregt, ist äußerste Vorsicht geboten. Besser zieht man die Kinder zu Hilfestellungen heran, als  dass man sie ins freie Agieren entlässt. Auslachen durch andere Kinder muss unbedingt vermieden werden, speziell wenn ADS-  Kinder sich ungeschickt bewegen (dasselbe gilt auch für Kinder mit Bewegungskoordinationsstörungen). Provokantes Bloßstellen  darf nicht erfolgen, es sollte vermehrt Hilfestellung gegeben werden und ermutigt werden.   Bloßstellen insgesamt ist absolutes Tabu: ADS-Kinder schreiben z.B. häufig kurze Aufsätze, nicht mehr etwa, weil ihnen nichts  mehr einfällt, sondern weil ihnen der Schreibprozess so schwer fällt (wären sie doch mit einer Sekretärin und einem Diktaphon auf  die Welt gekommen). Lehrer wissen das: mündliche Beiträge dieser sind oft "verblüffend" gut und hilfreich - die schriftliche  Umsetzung ist aber desolat... ADS-Kinder machen häufig Fehler in Mathematik, nicht weil sie Mathematik nicht können, sondern  weil sie ihre Zahlen schräg aufs Papier schreiben oder in Geometrie den Strich nicht exakt ziehen können. Jedwedes Abwerten  wirkt sich deutlich motivationsverschlechternd aus.   Das ADS-Kind braucht dennoch keine exklusive Sonderrolle, fordert den Lehrer sicher in jeder Hinsicht, je mehr der Lehrer dem  Kind jedoch signalisiert, dass er es mag, seine Stärken kennt, Hilfestellungen für die Schwächen gibt, freundlich, ruhig, gelassen  direktiv und einschätzbar ist, desto eher kommt ein nicht zu unterschätzender Faktor zum tragen: das Kind erkennt in dem Lehrer  einen echten Menschen, der für das Kind schnell zum so genannten "Superreiz" wird, damit verbunden ist ein enormer  Motivationsschub, das Kind arbeitet für den Lehrer, das Störungspotential baut sich automatisch ab.   Es lohnt sich, auf diese Ziel hinzusteuern, das ADS-Kind und seine Eltern werden es danken, der Klassenkontext wird enorm an  sozialer Kompetenz dazu erwerben.   C. Neuhaus Zum Schluss noch ein paar Tipps für Ihr Gespräch mit den Eltern :   Machen Sie sich eine Liste, in die Sie die Stärken und Schwächen des Schülers in Bezug auf schulische Leistungen und Verhalten  notieren. Laden Sie dann die Eltern möglichst zu einem Gespräch, für das Ihnen 45 Minuten zur Verfügung stehen sollten. Denn  eine angemessene Vermittlung Ihres Bildes über das Kind braucht Zeit. Beginnen Sie das Gespräch mit positiven Ansätzen.  Zeigen Sie den Eltern, dass sie daran interessiert sind, diesem Kind zu helfen. Beginnen Sie mit der Aufzählung der Stärken des  Kindes. Sprechen Sie dann zuerst die schulischen Leistungsschwächen an, bevor Sie auf die Verhaltens - Probleme eingehen.   Schildern Sie die Verhaltens - Probleme aus der Beobachter - Rolle, frei ohne Wertung und ohne den Versuch, eine Diagnose zu  stellen. Ermutigen Sie die Eltern, die häuslichen Probleme zu schildern. Überlegen Sie gemeinsam, wie diesem Kind am besten zu  helfen ist. Arbeiten Sie mit den Eltern einen ersten Hilfeplan aus. Verabreden Sie sich wieder in zwei Wochen. Wenn die Strategien  geholfen haben, führen Sie sie weiter durch und vereinbaren jeweils Folgegespräche. Sollten die Schwierigkeiten des Kindes trotz  Bemühungen beider Seiten anhalten, raten Sie den Eltern am besten, den Schulpsychologen, einen externen Psychologen oder  einen Arzt zu konsultieren. Das sollte jemand sein, der sich mit ADS auskennt. Bitte kooperieren Sie mit dem entsprechenden ADS  - Experten, denn der ist auf Ihre Mithilfe angewiesen.    Lerntipps für Lehrer von Christine Falk-Frühbrodt,M.A  http://www.ads-kurse.de/ads_adhs_schule.htm  www.wuppertalforum.de Erstes Privat-Gymnasium für AD(H)S Kinder  Sie gelten als Träumerliese oder Zappelphilipp. Oftmals werden sie für dumm gehalten, weil sie im Unterricht seltsame Antworten  geben, ihre Sachen vergessen oder als Störenfriede auffallen. Dabei sind viele dieser Kinder überdurchschnittlich begabt. Doch  mit ihrer ADHS-Diagnose stehen sich in Regelschulen selbst im Weg.   Allein in Baden Württemberg leiden fast 10 % der schulpflichtigen Kinder an ADHS. In großen und lauten Klassen in  Regelschulen können Kinder mit ADHS aggressiv, zappelig und schnell zu Schulverweigerern werden. Nicht selten landen diese  intelligenten Kinder auf Hauptschulen oder sogar auf Schulen für Lernbehinderte. In Esslingen hat nun das erste private  Gymnasium für ADHS-Kinder eröffnet. Momentan finanzieren sie sich nur über Sponsoren und Schulgeld. Doch die Nachfrage ist  bereits so groß, dass die Leiter der Münsinger Schule ein Internat planen.   Weitere Informationen: www.muensinger-schule.de  08.02.2008 / Dauer: 3:40 / Autor: Bettina Ditzen Videofilm ansehen