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- Diagnose -
Interaktionsdiagnostik
Stufe 1
Psycho-, Verhaltens- und Interaktionsdiagnostik
In der Stufe 1 der Diagnostik müssen die Schwierigkeiten der betroffenen Kinder oder Erwachsenen ausführlich erfasst werden. Ältere,
bereits vorhandene Befunde könnten hier sehr hilfreich sein. Einige Fragebögen, die von Lehrern und Eltern beantwortet werden
müssen, helfen bei der Diagnose. Die betroffenen Kinder und ihre Eltern werden sehr intensiv befragt.
Wichtig sind auch die Beobachtungen z.B. beim Spielen alleine oder in der Gruppe. Teilweise wird dies auch durch Benutzung einer
Videokamera unterstützt. Bewährt hat sich hierfür die Videodiagnostik nach Dr. Fritz Jansen. Hierbei wird das Kind im Familienrahmen in
fünf sog. Standardsituationen wie Spielen, Lernen, Planungs- und Konfliktgespräch sowie im Körperkontakt mit den Eltern gefilmt. Diese
Videosequenzen werden von erfahrenen Therapeuten oder Ärzten ausgewertet und haben eine immens hohe Aussagekraft bezüglich
AD(H)S bzw. Beziehungsmustern in der Familie, die für die Bewältigung der AD(H)S-Problematik von großer Bedeutung sind.
In der Regel lässt sich durch einen Facharzt ein begründetes AD(H)S bereits in Stufe 1 der Diagnostik erkennen. In einem
abschließenden Elterngespräch mit dem Arzt erhalten betroffene Eltern ausreichend Informationen zu dem Störungsbild AD(H)S, sofern
sie nicht schon selber ausreichend Informationen zu diesem Krankheitsbild sammeln konnten. Bereits jetzt hat sich aber für das
betroffene Kind herausgestellt, ob die Stufe 2 der Diagnostik durchgeführt oder eine andere Ursache vorhanden ist, die dann zu
behandeln wäre.
Interaktionsdiagnostik
Stufe 2
In Stufe 2 der Diagnose AD(H)S wird bei besonderen Fragestellungen intensiv auf weitere Störungen, die die
Aufmerksamkeitsstörungen des betroffenen Kindes verstärken können, eingegangen. So kann z.B. auch ein Intelligenztest wird
durchgeführt.
Zu den bekanntesten IQ-Tests zählt neben der K-ABC der HAWIK-III (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder III) für Kinder im Alter
von 6 bis 16 Jahren. Dieser Test dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten und umfasst durch mehrere verschiedene Tests die Fähigkeiten
im Umgang mit Bildern, Zahlen, Wörtern. Im Anschluss an diesen Test wird ein aussagekräftiges Leistungsprofil erstellt. Bereits zu
diesem Zeitpunkt kann man zur weiteren Beobachtung und Hilfe eine medikamentöse Behandlung (Stimulantientherapie) durchführen.
Die Elterngespräche werden intensiviert. Die Schwierigkeiten im Umgang mit den Kindern zu Hause und in der Schule werden
eingehend besprochen. Therapeutische Maßnahmen können durchgeführt werden (Verhaltenstherapie, Erziehungsberatung, und falls
erforderlich psychomotorische Übungen).
Ein großes Problem im Umgang mit den täglichen Problemen ist die emotionale Bewältigung. Hier kann Ihr Arzt ihnen wichtige Hilfen
anbieten. Oft werden jetzt auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen vor Ort angeboten. Hier findet man viele Möglichkeiten, sich mit anderen
betroffenen Eltern auszutauschen und mit den emotionalen Schwierigkeiten besser umzugehen. Bereits jetzt sollten den Kindern und
Ihren Eltern einige "Rituale" auferlegt werden, also geregelte und möglichst gleich bleibende Tagesabläufe, um das Kind vor
überraschenden Veränderungen im Tagesablauf zu schützen. AD(H)S Kinder können nur schwer umdenken, wenn sie einmal eine
angestrebte Sachen im Kopf haben und reagieren oft mit Aggressionen.
Interaktionsdiagnostik
Stufe 3
Die Stufe 3 der Diagnostik dient zur Überprüfung der bereits durchgeführten Veränderungen innerhalb der Familie oder der Schule.
Therapeutische Aktivitäten werden weitergeführt. Ziel aller Maßnahmen sollte sein, dass die Eltern lernen, selbständig mit den
Schwierigkeiten eines AD(H)S betroffenen Kindes umzugehen. Im Vordergrund sollte eine neue positive Sichtweise der „kleinen“ oder
„großen“ Chaoten oder des Träumers stehen. Nur dann können auch die notwendigen anderen Verhaltensmaßregeln ziehen. Seien Sie
konsequent. Was heute verboten ist, das muss auch morgen verboten sein. Diskutieren sie nicht mit Ihren Kindern an Stellen, an denen
Konsequenzen vereinbart wurden. Belobigungen und Bestrafungen sollten in der Regel sofort (im „Sekundenfenster“) erfolgen, um das
Verhalten der Kinder besser zu steuern. Es müssen nicht immer logische Konsequenzen sein, wichtiger ist, dass die vereinbarte
Konsequenz immer erfolgt, sonst hat sie keine verhaltenssteuernde Wirkung und verpufft. Lernen Sie unter anderem selber
aufmerksamer und vorausschauender zu werden. Lernen Sie schneller mit den Problematiken umzugehen oder sie vor Eintreten zu
verringern. Die familiäre Situation wird sich bei intensiver Betreuung durch den Arzt und die Mitarbeit der Eltern und der betroffenen
Kinder deutlich entspannen.
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