© 2000 - 2011 wuppertalforum.de  - Diagnose - Interaktionsdiagnostik   Stufe 1 Psycho-, Verhaltens- und Interaktionsdiagnostik In der Stufe 1 der Diagnostik müssen die Schwierigkeiten der betroffenen Kinder oder Erwachsenen ausführlich erfasst werden. Ältere,  bereits vorhandene Befunde könnten hier sehr hilfreich sein. Einige Fragebögen, die von Lehrern und Eltern beantwortet werden  müssen, helfen bei der Diagnose. Die betroffenen Kinder und ihre Eltern werden sehr intensiv befragt. Wichtig sind auch die Beobachtungen z.B. beim Spielen alleine oder in der Gruppe. Teilweise wird dies auch durch Benutzung einer  Videokamera unterstützt. Bewährt hat sich hierfür die Videodiagnostik nach Dr. Fritz Jansen. Hierbei wird das Kind im Familienrahmen in  fünf sog. Standardsituationen wie Spielen, Lernen, Planungs- und Konfliktgespräch sowie im Körperkontakt mit den Eltern gefilmt. Diese  Videosequenzen werden von erfahrenen Therapeuten oder Ärzten ausgewertet und haben eine immens hohe Aussagekraft bezüglich  AD(H)S bzw. Beziehungsmustern in der Familie, die für die Bewältigung der AD(H)S-Problematik von großer Bedeutung sind.  In der Regel lässt sich durch einen Facharzt ein begründetes AD(H)S bereits in Stufe 1 der Diagnostik erkennen. In einem  abschließenden Elterngespräch mit dem Arzt erhalten betroffene Eltern ausreichend Informationen zu dem Störungsbild AD(H)S, sofern  sie nicht schon selber ausreichend Informationen zu diesem Krankheitsbild sammeln konnten. Bereits jetzt hat sich aber für das  betroffene Kind herausgestellt, ob die Stufe 2 der Diagnostik durchgeführt oder eine andere Ursache vorhanden ist, die dann zu  behandeln wäre. Interaktionsdiagnostik Stufe 2 In  Stufe 2 der Diagnose AD(H)S wird bei besonderen Fragestellungen intensiv auf weitere Störungen, die die  Aufmerksamkeitsstörungen des betroffenen Kindes  verstärken können, eingegangen. So kann z.B. auch ein Intelligenztest wird  durchgeführt. Zu den bekanntesten IQ-Tests zählt neben der K-ABC der HAWIK-III (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder III) für Kinder im Alter  von 6 bis 16 Jahren. Dieser Test dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten und umfasst durch mehrere verschiedene Tests die Fähigkeiten  im Umgang mit Bildern, Zahlen, Wörtern. Im Anschluss an diesen Test wird ein aussagekräftiges Leistungsprofil erstellt. Bereits zu  diesem Zeitpunkt kann man zur weiteren Beobachtung und Hilfe eine medikamentöse Behandlung (Stimulantientherapie) durchführen.  Die Elterngespräche werden intensiviert. Die Schwierigkeiten im Umgang mit den Kindern zu Hause und in der Schule werden  eingehend besprochen. Therapeutische Maßnahmen können durchgeführt werden (Verhaltenstherapie, Erziehungsberatung, und falls  erforderlich psychomotorische Übungen). Ein großes Problem im Umgang mit den täglichen Problemen ist die emotionale Bewältigung. Hier kann Ihr Arzt ihnen wichtige Hilfen  anbieten. Oft werden jetzt auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen vor Ort angeboten. Hier findet man viele Möglichkeiten, sich mit anderen  betroffenen Eltern auszutauschen und mit den emotionalen Schwierigkeiten besser umzugehen. Bereits jetzt sollten den Kindern und  Ihren Eltern einige "Rituale" auferlegt werden, also geregelte und möglichst gleich bleibende Tagesabläufe, um das Kind vor  überraschenden Veränderungen im Tagesablauf zu schützen. AD(H)S Kinder können nur schwer umdenken, wenn sie einmal eine  angestrebte Sachen im Kopf haben und reagieren oft mit Aggressionen. Interaktionsdiagnostik Stufe 3 Die Stufe 3 der Diagnostik dient zur Überprüfung der bereits durchgeführten Veränderungen innerhalb der Familie oder der Schule.  Therapeutische Aktivitäten werden weitergeführt. Ziel  aller Maßnahmen sollte sein, dass die Eltern lernen, selbständig mit den  Schwierigkeiten eines AD(H)S betroffenen Kindes umzugehen. Im Vordergrund sollte eine neue positive Sichtweise der „kleinen“ oder  „großen“ Chaoten oder des Träumers stehen. Nur dann können  auch die notwendigen anderen Verhaltensmaßregeln ziehen. Seien Sie  konsequent. Was heute verboten ist, das muss auch morgen verboten sein. Diskutieren sie nicht mit Ihren Kindern an Stellen, an denen  Konsequenzen vereinbart wurden. Belobigungen und Bestrafungen sollten in der Regel sofort (im „Sekundenfenster“) erfolgen, um das  Verhalten der Kinder besser zu steuern. Es müssen nicht immer logische Konsequenzen sein, wichtiger ist, dass die vereinbarte  Konsequenz immer erfolgt, sonst hat sie keine verhaltenssteuernde Wirkung und verpufft. Lernen Sie unter anderem selber  aufmerksamer und vorausschauender zu werden. Lernen Sie schneller mit den Problematiken umzugehen oder sie vor Eintreten zu  verringern. Die familiäre Situation wird sich bei intensiver Betreuung durch den Arzt und die Mitarbeit der Eltern und der betroffenen  Kinder deutlich entspannen.   www.wuppertalforum.de